Der Rahmen hält zwanzig Jahre, der Motor zehn – und der Akku manchmal nur drei. Kaum ein Bauteil am E-Bike sorgt für so viel Ärger wie die Batterie, und kaum eines wird so falsch behandelt. Dabei sind die Regeln überschaubar.
Ein Lithium-Ionen-Akku altert auf zwei Wegen: durch Ladezyklen und durch Zeit. Der zweite Weg ist der unterschätzte. Ein Akku, der monatelang voll geladen in einer kalten Garage steht, verliert Kapazität, ohne einen einzigen Kilometer gefahren zu sein.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: nicht dauerhaft bei 100 Prozent lagern. Wer das Rad im Winter einmottet, lädt auf 50 bis 70 Prozent, lagert bei 10 bis 20 Grad im Trockenen und prüft alle zwei Monate den Stand. Fällt er unter 30 Prozent, wird nachgeladen.
Ebenso wichtig ist die Temperatur beim Laden. Unter 5 Grad sollte nicht geladen werden, weil sich Lithium an der Anode ablagert und die Zelle dauerhaft schädigt. Ein Akku, der im Winter von der Tour kommt, gehört erst eine Stunde ins Warme, dann ans Ladegerät.
Im Fahrbetrieb schont vor allem der bewusste Umgang mit der Unterstützungsstufe. Dauerhaft höchste Stufe am Berg zieht Ströme, die Zellen und Kontakte belasten – und kostet Reichweite, die später als Verschleiß interpretiert wird.



