Jedes Frühjahr dasselbe Ritual: Neue Modelle, neue Superlative, neue Preisrekorde. Spitzengeräte kosten inzwischen so viel wie ein solider Gebrauchtwagen, und die Werbung verspricht Kamerasysteme, die angeblich Kinofilme ersetzen. Der Alltag sieht anders aus.
Der wichtigste Faktor ist nicht der Prozessor, sondern die Update-Politik. Ein Gerät, das fünf bis sieben Jahre Sicherheitsupdates erhält, ist am Ende deutlich günstiger als ein Schnäppchen, das nach zwei Jahren keine Patches mehr bekommt. Das steht selten auf dem Karton, aber immer auf der Herstellerseite.
Punkt zwei ist der Akku. Kapazitäten oberhalb von 5.000 Milliamperestunden sind Standard geworden, entscheidend ist jedoch die Ladeleistung im Verhältnis zur Lebensdauer. Sehr schnelles Laden mit über 100 Watt erhöht die Zellalterung messbar, wenn es täglich genutzt wird.
Beim Display gilt: OLED ja, 144 Hertz nein. Der Unterschied zwischen 60 und 120 Hertz ist sichtbar, alles darüber kostet vor allem Strom. Wichtiger sind Helligkeit im Sonnenlicht und eine flimmerarme Dimmung, die empfindlichen Augen Kopfschmerzen erspart.
Die Kamera ist der größte Marketingposten. Vier Linsen klingen gut, doch die dritte und vierte sind oft Makro- oder Tiefensensoren, die kaum jemand nutzt. Wer gute Bilder will, achtet auf Sensorgröße und Bildstabilisierung der Hauptkamera – und auf die Software dahinter.



