Die Kamera kostet 1.400 Euro, das Objektiv noch einmal 700, und trotzdem sehen die Urlaubsbilder aus wie mit dem Handy geknipst. Diesen Satz hört Berufsfotograf Peter Aumann in seinen Workshops fast jedes Wochenende. Seine Antwort ist immer dieselbe: „Die Kamera macht kein Bild. Sie belichtet nur.“
Fehler Nummer eins ist das Licht. Anfänger fotografieren mittags, wenn die Sonne hoch steht und harte Schatten unter Augen und Nasen wirft. Profis arbeiten in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang und der letzten vor Sonnenuntergang, weil das Licht dann flach, weich und farbig ist.
Fehler Nummer zwei ist der Abstand. Die meisten Motive sind zu klein im Bild. Statt zu zoomen, sollte man zwei Schritte näher gehen – das verändert die Perspektive und nicht nur den Ausschnitt. Ein Porträt gewinnt fast immer, wenn der Hintergrund weiter weg rückt.
Fehler Nummer drei ist der Automatikmodus in schwierigen Situationen. Bei Gegenlicht, Schnee oder dunklen Bühnen liegt die Belichtungsmessung systematisch daneben. Wer die Belichtungskorrektur beherrscht, rettet mehr Bilder als jedes Software-Update.
Fehler Nummer vier betrifft die Bildgestaltung: zu viel drauf. Ein Bild braucht ein Motiv, nicht sieben. Die berühmte Drittelregel ist kein Gesetz, aber ein guter Notausgang, wenn man nicht weiß, wohin mit dem Hauptobjekt.



