In den meisten deutschen Wohnungen hängt in der Mitte des Raums eine Lampe, und das war die gesamte Lichtplanung. Das Ergebnis kennt jeder: harte Schatten, flache Gesichter und eine Atmosphäre, die eher an eine Arztpraxis erinnert als an ein Wohnzimmer.
Lichtplaner arbeiten deshalb mit drei Ebenen. Grundlicht sorgt für Orientierung, Funktionslicht beleuchtet Arbeitsflächen, Stimmungslicht setzt Akzente. Erst das Zusammenspiel aller drei erzeugt Räume, die abends angenehm wirken – und tagsüber nicht überladen.
Die praktische Umsetzung ist billiger als gedacht. Pro Raum drei bis fünf Lichtquellen auf unterschiedlichen Höhen: eine indirekte Quelle oben, eine Leuchte auf Augenhöhe wie eine Stehlampe und eine tiefe Quelle wie eine Tischleuchte. Alles zusammen kostet oft weniger als eine große Designleuchte.
Die wichtigste Kennzahl steht klein auf jeder Packung: die Farbtemperatur in Kelvin. Für Wohnräume gelten 2.700 Kelvin als warmweißer Standard, 3.000 Kelvin passen in Küche und Bad, alles ab 4.000 Kelvin wirkt in Wohnungen kalt und wird als unangenehm empfunden.
Fast ebenso wichtig ist der Farbwiedergabeindex. Ein Wert von CRI 90 oder höher lässt Holz, Textilien und Hauttöne natürlich erscheinen. Billige Leuchtmittel mit CRI 80 lassen jeden Raum grau wirken, egal wie teuer die Einrichtung war.



