Die Uhr am Handgelenk zählt Schritte, misst den Puls, bewertet den Schlaf und vergibt am Morgen eine Punktzahl für die Erholung. Millionen Menschen richten ihren Tag danach aus. Die entscheidende Frage stellt kaum jemand: Wie zuverlässig sind diese Werte eigentlich?
Am besten belegt ist die Herzfrequenzmessung in Ruhe. Optische Sensoren erreichen dabei Abweichungen von wenigen Schlägen pro Minute gegenüber einem EKG – ausreichend genau für Alltagszwecke. In Ruhe ist die Uhr also ein brauchbares Messgerät.
Deutlich schlechter wird es bei Belastung. Bei Intervallen, Krafttraining oder allem, was das Handgelenk bewegt, kommt es zu Sprüngen und Fehlmessungen. Wer im Training exakt in Zonen arbeiten will, kommt um einen Brustgurt nicht herum.
Die Schrittzählung wiederum ist erstaunlich robust, überschätzt aber typischerweise um fünf bis zehn Prozent, weil Gesten wie Händewaschen oder Gestikulieren mitgezählt werden. Für Motivationszwecke reicht das, als medizinische Größe taugt es nicht.
Beim Schlaf beginnt die Grauzone. Uhren unterscheiden Schlafphasen anhand von Bewegung und Herzfrequenzvariabilität – eine Schätzung, kein Schlaflabor. Die Gesamtschlafdauer stimmt meist grob, die Zuordnung von Tiefschlaf und REM-Phasen weicht regelmäßig deutlich ab.



