Kaninchen gehören zu den beliebtesten Haustieren Deutschlands – und zu den am häufigsten falsch gehaltenen. Der klassische Käfig aus dem Zoofachhandel misst oft weniger als einen Quadratmeter. Fachliche Empfehlungen nennen dagegen sechs Quadratmeter für zwei Tiere als Untergrenze.
Der Grund liegt im Bewegungsverhalten. Kaninchen legen in freier Natur mehrere Kilometer am Tag zurück, machen Haken, Sprünge und sogenannte Sprints. Fehlt der Platz, kommt es zu Verhaltensstörungen, Übergewicht und einer messbar geringeren Knochendichte.
Ebenso wichtig ist die Gesellschaft. Kaninchen sind hochsoziale Tiere und dürfen nach fachlicher Auffassung nicht allein gehalten werden. Ein Meerschweinchen ist kein Ersatz – die Arten sprechen buchstäblich verschiedene Sprachen und können die Signale des anderen nicht deuten.
Die ideale Konstellation ist ein kastriertes Männchen mit einem Weibchen. Die Zusammenführung erfolgt auf neutralem Boden mit ausreichend Fläche und mehreren Versteckmöglichkeiten mit zwei Ausgängen, damit kein Tier in die Enge getrieben wird.
Die Ernährung ist einfacher, als der Handel suggeriert: Heu in unbegrenzter Menge, täglich frisches Grünfutter, wenig bis kein Trockenfutter. Getreidehaltige Mischungen und Knabberstangen mit Honig sind die Hauptursache für Verdauungsprobleme und Zahnfehlstellungen.



