Katzen gelten als unergründlich. Tatsächlich kommunizieren sie fast pausenlos – nur eben mit Körper statt Stimme. Miauen richten erwachsene Katzen praktisch nur an Menschen; untereinander verständigen sie sich über Haltung, Geruch und Blick.
Das deutlichste Signal ist der Schwanz. Senkrecht aufgestellt mit leicht gebogener Spitze bedeutet freundliche Annäherung. Peitschende Bewegungen an der Seite zeigen Erregung oder Konflikt, ein aufgeplusterter Schwanz Angst. Ein tief hängender Schwanz bei angespanntem Körper ist ein klares Warnsignal.
Die Ohren geben die Feinabstimmung. Nach vorn gerichtet heißt Interesse, seitlich abgeflacht Unbehagen, flach angelegt eine unmittelbare Abwehrbereitschaft. Wer in dieser Situation weiterstreichelt, bekommt keinen Launenausbruch, sondern eine angekündigte Reaktion.
Das langsame Blinzeln ist gut untersucht: Eine Studie der University of Sussex zeigte, dass Katzen häufiger zurückblinzeln und sich eher annähern, wenn Menschen ihnen langsam zublinzeln. Es funktioniert auch bei fremden Tieren und ist die einfachste Form der Begrüßung.
Häufig missverstanden wird der freigelegte Bauch. Er ist meist ein Zeichen von Entspannung und Vertrauen, aber selten eine Einladung zum Streicheln – der Bauch bleibt eine verletzliche Zone, deren Berührung reflexartig abgewehrt wird.



