Ein Fruchtjoghurt, 150 Gramm, wirbt mit „viel Frucht“. Auf der Rückseite stehen 19 Gramm Zucker – etwa sechs Würfel. Der Tageshöchstwert für Erwachsene liegt laut Weltgesundheitsorganisation bei rund 50 Gramm freiem Zucker, empfohlen werden eher 25.
Der Trick der Hersteller liegt in der Reihenfolge der Zutatenliste. Sie ist nach Gewichtsanteil sortiert. Wird Zucker auf Glukosesirup, Fruchtsüße, Dextrose und Maltodextrin verteilt, rutscht jede einzelne Zutat nach hinten – die Summe bleibt dieselbe.
Insgesamt kursieren über 60 Bezeichnungen für Zucker. Zu den häufigsten gehören Saccharose, Glukose, Fruktose, Laktose, Maltose, Invertzucker, Gerstenmalzextrakt, Traubenfruchtsüße, Agavendicksaft und Reissirup. Was auf „-ose“ endet oder Sirup heißt, ist praktisch immer Zucker.
Besonders auffällig sind Produkte, die niemand als süß wahrnimmt: Rotkohl aus dem Glas, Krautsalat, Fertigsoßen, Brotaufstriche, Müsliriegel und vor allem Getränke. Ein halber Liter Eistee liefert oft mehr Zucker als eine Tafel Milchschokolade pro 100 Gramm.
Die einfachste Gegenmaßnahme steht auf jeder Packung: die Nährwerttabelle, Zeile „davon Zucker“, bezogen auf 100 Gramm. Über 15 Gramm gilt bei Nicht-Süßwaren als hoch, unter 5 Gramm als niedrig. Diese eine Zahl ersetzt jedes Rätselraten in der Zutatenliste.



